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09.10.2007Teltow

Deutsche Autofahrer rücksichtslos am Lenkrad Deutsche Autofahrer rücksichtslos am Lenkrad

  • Hauptärgernis ist zu dichtes Auffahren
  • Autofahren verändert Charakter der Menschen zum Nachteil
  • Hohe Toleranz für Rotlichtsünder und zu schnelles Fahren
  • Härtere Strafen für Verkehrssünder gewünscht
Das Gefühl der Bedrohung auf deutschen Straßen ist hoch. Fast ein Viertel aller deutschen Autofahrer fühlt sich im Straßenverkehr unsicher, Frauen häufiger als Männer. Ein zu geringer Sicherheitsabstand ist mit deutlichem Vorsprung die am häufigsten gefühlte Hauptgefahrenquelle beim Autofahren. Erst danach folgen schlechte Witterungsbedingungen, Autobahnbaustellen oder das Halten an einem Stauende. Das Sicherheitsgefühl, die Ängste und Ärgernisse im Straßenverkehr beleuchtet eine aktuelle repräsentative Erhebung des Hamburger Psephos-Instituts, die im Auftrag der Direct Line Versicherung unter circa 1.200 Erwachsenen in Deutschland durchgeführt wurde.

Dichtes Auffahren ist Hauptärgernis
Spitzenreiter bei den Ärgernissen im Straßenverkehr ist zu dichtes Auffahren. Fast 90 Prozent aller Befragten gaben an, sich über rücksichtslose Drängler aufzuregen. Zu den größten Aufregern zählen mit fast 85 Prozent auch die Radfahrer, insbesondere wenn sie rote Ampeln missachten, oder Autofahrer, die ohne zu blinken die Fahrspur wechseln. Zu langsames Fahren ist in Deutschland, einem der letzten Länder weltweit ohne allgemeines Tempolimit, ebenfalls ein großes Ärgernis. Insgesamt 78 Prozent aller Autofahrer regen sich über ein solches Verhalten auf.

Das wirkt sich beim Verhalten im Straßenverkehr aus. Vier von zehn Befragten gaben an, dass Autofahren den Charakter der Mitmenschen zum Nachteil verändert. Fast ein Drittel aller Fahrer bekennt sich dazu, hinter dem Steuer selbst schnell aggressiv und rücksichtslos zu werden. Dies gilt insbesondere für Männer - 33 Prozent im Vergleich zu 29 Prozent der Frauen - und jüngere Autofahrer (38 Prozent der 18-34-jährigen im Vergleich zu 26 Prozent der 50-64-jährigen). Dabei beurteilen Abiturienten ihr Verhalten selbstkritischer als Fahrer mit geringerem Bildungsniveau. So räumen 40 Prozent der Autofahrer mit Hochschulreife an, gelegentlich beim Autofahren aggressiv zu werden, unter den Volks- und Hauptschülern sind dies nur 27 Prozent.

Weitgehend einig sind sich die Verkehrsteilnehmer in einem Punkt: Schuld am Ärger im Straßenverkehr sind meistens die anderen Fahrer. Als besonders rücksichtslos werden hier von 45 Prozent der Befragten die Lkw-Fahrer angesehen, gefolgt von den Radfahrern mit immerhin 37 Prozent. Ausländische Fahrer werden nur zu 16 Prozent als aggressiv oder rücksichtslos empfunden, allerdings wird ihnen zu 33 Prozent eher unsicheres Fahrverhalten attestiert.

Toleranz für Rotlichtsünder und zu schnelles Fahren
Rücksicht und Umsicht scheint nicht unbedingt eine Stärke der deutschen Autofahrer zu sein. Gut die Hälfte der deutschen Bevölkerung war schon einmal als Verursacher oder Opfer in einen Unfall verwickelt. Männer sind mit 35 Prozent als Unfallverursacher deutlich häufiger vertreten als Frauen (22 Prozent). Das spiegelt sich nicht unbedingt in der Bewertung des eigenen Fahrstils wider. Obwohl sich gut ein Drittel aller Autofahrer nach eigenen Angaben zeitweilig aggressiv und rücksichtslos im Straßenverkehr bewegt, bezeichnen dennoch nahezu 100 Prozent der Befragten ihr Fahrverhalten als „vorsichtig“ und „vorausschauend“. Viel Verständnis bei Verkehrsdelikten haben die Deutschen für Schnellfahrer und Rotlichtsünder. Immerhin fast 50 Prozent hält eine Geschwindigkeitsübertretung von bis zu 20 km/h schon einmal für tolerierbar, Fahren über eine Ampel bei „dunkelorange“ halten rund 60 Prozent der deutschen Fahrer gelegentlich für unvermeidbar. Nulltoleranz herrscht jedoch gegenüber Alkohol am Steuer, 72 Prozent der Befragten haben hierfür kein Verständnis. Bestätigt können sich diejenigen fühlen, die für eine Verschärfung des Bußgeldkatalogs plädieren. Hartes Eingreifen ist bei der Mehrheit erwünscht. Zwei Drittel aller Verkehrsteilnehmer sprechen sich für mehr Polizeikontrollen und härtere Strafen für Verkehrssünder aus.



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