Vollkasko - Grobe Fahrlässigkeit

Die Zigarette fällt in den Fußraum und beim Bücken überfährt man eine rote Ampel. Beim Einstellen des Verkehrsfunks übersieht man ein Stoppschild. Situationen, die beinahe täglich passieren und die bislang dazu führen konnten, dass kein Versicherungsschutz in der Vollkasko bestand. „Grobe Fahrlässigkeit“ hieß das Reizthema, das mehr als einmal die Gerichte beschäftigt hat. Für ab 2008 abgeschlossene Vollkasko gelten neue Regelungen.

Wer seinen Vertrag für die Vollkasko Versicherung in 2008 abgeschlossen hat, der profitiert von der Novellierung des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG). Für die Regulierung von Schäden im Rahmen der groben Fahrlässigkeit gelten neue Kriterien. Das Vorliegen der groben Fahrlässigkeit ist kein Ausschlusskriterium mehr, sondern führt lediglich dazu, dass der Schaden anteilig reguliert wird. Das bedeutet, dass die Schadenregulierung der Vollkasko Versicherung sich nach der „Schwere des Verschuldens“ richtet. Der Versicherte bekommt demnach zwar nicht den ganzen Schaden erstattet, aber immerhin einen Teil.

Wie hoch genau der Anteil im jeweiligen Vollkasko Schadenfall ist, wenn grobe Fahrlässigkeit die Unfallursache war, wird im Einzelfall ermittelt. Alte Vollkasko Versicherungsverträge werden ab 2009 ebenfalls unter diese neue Regelung fallen.

Schon vorher haben viele Vollkasko Versicherungen aus Kulanz oder in bestimmten Tarifen auf die Einrede der groben Fahrlässigkeit verzichtet und damit zumindest einen Anteil bei grober Fahrlässigkeit ersetzt.

Einige Fälle sind allerdings auch weiterhin vom Vollkasko Schutz ausgeschlossen. Fährt der Versicherte beispielsweise unter Alkohol- oder Drogeneinfluss, gibt es auch zukünftig bei einem Unfall kein Geld. Auch wenn ein Unfall vorsätzlich geschieht oder ein Schaden offensichtlich provoziert wurde, zahlt die Vollkasko Versicherung nicht.

Generell gilt nach wie vor: Wer einen Unfall hatte, muss umgehend die Versicherung informieren. Direct Line ist über die 24 Stunden Hotline auch an Wochenenden und Feiertagen rund um die Uhr erreichbar. Je früher der Schaden gemeldet wird, desto schneller kann mit der Regulierung des Schadenfalles begonnen werden.